Warum Du Deinen Christbaum unbedingt auf Deinem Kopf nach Hause tragen solltest

Es ist wieder die Zeit, in der Tannenbäume sehr, sehr viele Wohnzimmer bevölkern. Natürlich müssen sie erstmal dahin kommen. Und so poppen an vielen ungenutzten Stellflächen auf einmal Christbaum-Verkaufsstände auf. Normalerweise sieht das dann so aus, dass man ziemlich vorweihnachtsgestresst per Auto zu einem solchen Stand hinfährt, ein Prachtstück ergattert, einpacken lässt, ins Auto verfrachtet, und durch den Vorweihnachtsverkehr wieder nach Hause düst bzw mit kurzen Fahrunterbrechungen steht.

Es geht natürlich auch ganz anders, wenn man den Alltag zum Training machen will. Und viel länger dauert es auch nicht, wenn man den Verkaufsstand geschickt wählt.

Eigentlich war es eine meiner überraschendsten "Trainingseinheiten" der letzten Wochen.

Auf dem Rückweg von einem leichten Einkauf kam ich an einem dieser Christbaumstände vorbei, etwa 15min Fußweg von meiner Wohnung. Die perfekte Gelegenheit, dieses Jahr schon etwas früher einen Baum zu besorgen - so fragte ich den Verkäufer, ob ich den Baum (ca 1,7m) wohl zu Fuß nach Hause kriegen würde - was er natürlich bejahte (ich glaube es war ihm ein wenig egal). Freundlicherweise schnitt er mir eine Öffnung in das Verpackungsnetz, so dass ich den Stamm auf etwa zwei Drittel der Baumhöhe greifen konnte.

Ich ging ein paar Schritte, den Baum leicht vom Boden gehoben. Selbst nach diesen paar Schritten war mir klar, dass diese Art des Tragens keine Freude machen würde. Es gab nur eine Möglichkeit, das Gewicht des Baumes einigermaßen symmetrisch und gleichmäßig über meinen Körper zu verteilen: Indem ich ihn auf meinem Kopf tragen würde. Was ein etwas ungewohnter Gedanke war, da ich normalerweise so etwas nicht mache.

Das Foto hat freundlicherweise der Verkäufer des Christbaumverkaufes an der Hackerbrücke, München aufgenommen und mir einen seiner Bäume dazu leihweise zur Verfügung gestellt. Meinen Baum hatte ich am Vortag woanders gekauft - aber vor Aufregung nicht daran gedacht, ein Foto zu machen.

Das Foto hat freundlicherweise der Verkäufer des Christbaumverkaufes an der Hackerbrücke, München aufgenommen und mir einen seiner Bäume dazu leihweise zur Verfügung gestellt. Meinen Baum hatte ich am Vortag woanders gekauft - aber vor Aufregung nicht daran gedacht, ein Foto zu machen.

Mit ein wenig Schwung landete der Baum schnell da, wo er sollte. Es folgte ein großartiger, herausfordernder Spaziergang, am Ende sogar leicht schweißtreibend. Sehr zu empfehlen! Hier ein paar Ideen, Beobachtungen und Tipps zum Nachmachen:

  • Dies war definitv eine der besten Aktivitäten, um mit der eigenen Auf- und Ausrichtung zu spielen. Man spürt sofort, ob Kopf, Brustkorb und Becken in einer guten und dynamischen Beziehung zueinander stehen.
  • Ich kam mit dem ca. 1,70m großen Baum (bei 1,8m Körpergröße) sehr gut zurecht - meine Vermutung ist daher, dass man, je nach eigener Verfassung und Weglänge natürlich, etwa Körpergröße anpeilen kann, Männer vielleicht wahrscheinlich mehr. Einfach ausprobieren (und gerne per (Bild-)Kommentar posten!).
  • Aufgrund der Massenverteilung des Baums steht er zur Spitze hin natürlich etwas über, d.h. er ist nicht symmetrisch um die vertikale Körperachse verteilt. Das sollte man im Kopf behalten, wenn man z.B. an anderen Menschen vorbei geht.
  • Ich habe die meiste Zeit der Strecke an der überhängenden Teil den Stamm gehalten. Zum Ende hin aber auch mal den Arm entlastet, und mit der anderen Hand am Stammende gegriffen.
  • Ein weiterer spannender Nebeneffekt: Durch den langen Hebel an der überhängenden Seite schwingt der Baum natürlich aufgrund des Gehens. Daher wird reflektiv eine große Rumpfstabilisation angeregt.
  • Und natürlich gilt wie immer: Nicht übertreiben, und bei irgendwelchen Schmerzen besser abbrechen. Mütze und Handschuhe sind empfehlenswert.
  • Wer aber auf den Geschmack gekommen ist: Bestimmt freuen sich auch die vorweihnachtlich gestressten Nachbarn über einen so liebevoll zu ihnen gebrachten Baum.

Und bei all dem: Verflog jegliche vorweihnachtliche Hektik, und auch anderen Leuten entlockte es ein Lächeln (oder zumindest entspannten sich für einen Moment die Gesichtszüge) - einfach ein schöner Spaziergang des Spielens willen. Übrigens dürfen auch Kinder ran, je nach Möglichkeiten. Vorgemacht hat es die von mir sehr geschätzte Biomechanikerin und Therapeutin Katy Bowman hier:

Viel Freude beim Tragen und hin und wieder einen Glühwein gegen den Weihnachtsstress!