29 - Körperliche und finanzielle Ressourcen

"The way you do one thing is how you do everything." (Zen-Weisheit)

So wie man eine Sache macht - macht man alle anderen Sachen auch.

In diesem Satz steckt viel Entlarvendes - aber auch ein Riesenpotential. Denn in der Konsequenz heißt das: Wenn ich mich in einer beliebigen Sache verbessere, bewusster werde, präsenter - dann wird das auf alle anderen Dinge, die ich tue, wirken.

Neben Bewegung gibt es ein anderes Thema, das mich seit Jahren beschäftigt und das ich immer weiter für mich und mit anderen erforsche: Geld. Finanzen. Erfolgreiches Unternehmertum.

Nach einer längeren Pause habe ich heute mal wieder einen Vortrag zu diesen Themen gehalten - und zwar vor Gründerinnen in einem Existenzgründungszentrum. [Nebenbei: Es war wunderbar - ein fruchtbarer Austausch mit Frauen, die sich selbst als Unternehmerinnen mutig auf den Weg gemacht haben.]

Die Vorbereitung auf diesen Vortrag einerseits, und meine alltägliche Bewegungspraxis andererseits haben mir in direkter Art und Weise vor Augen geführt, wie eng diese Themen miteinander verknüpft sind.

Im Klartext: So wie ich mit meinen körperlichen Ressourcen umgehe, so gehe ich auch mit meinen finanziellen Ressourcen um. Und vice versa.

Wenn ich die letzten Jahre zurückblicke, so sind die Parallelen in der Entwicklung dieser Bereiche frappierend.

Vor genau fünf Jahren entschloss ich, meine Finanzen von Grund auf unter die Lupe zu nehmen und auf eine solide Basis zu bringen. Ich nahm mir viel Zeit dafür, mehr über Geld zu lernen und entwickelte eine umfangreiche Dokumentation für all meine (privaten) Einnahmen, Ausgaben, Kontostände, Rücklagenbildung und Altersvorsorge. Nichts blieb unberührt. Ich schaute mir meine inneren Glaubenssätze in Bezug auf Geld an. Ich legte finanzielle Ziele und Prioritäten fest, anhand derer ich meine Ausgaben tätigte. Ich hörte auf, unüberlegt Geld zu verprassen und Anschaffungen zu machen, die der Kompensation von irgendetwas dienten.

Es war und ist nach wie vor ein Weg auf zwei Ebenen: Das innere Erforschen, und das äußere Tun.

So ziemlich gleichzeitig trat ich auch beim Sport auf die Bremse. Mir war bewusst geworden, dass das achtlose immer Vollgas geben auf die Dauer nicht machbar war. Ich zog mich aus dem Konditionstrainer-Dasein im Profisport zurück, weil ich mich auf die Suche nach einem bewussteren Zugang zu Fitness und Hochleistungs-Performance machen wollte. Ich tauchte in die Welt von Komplementärmethoden, Bewegungsarbeit und Tanz ein - mit der Idee, eine feinere Wahrnehmung zu entwickeln, und die Bedeutung von kleinen (Bewegungs-)details besser zu verstehen. Ich bildete mich pausenlos weiter. Ich entwickelte eine neue Trainings- und Bewegungssystematik.

Sowohl beim Körper als auch beim Geld passierte also das Gleiche:

  • Mehr bewusstes Wahrnehmen, was ich eigentlich mache
  • Eine Vision zu entwickeln - wo will ich eigentlich hin?
  • Realisieren, dass mehr/schwerer/teurer/schneller nicht unbedingt besser ist
  • Bewusste Entscheidung dafür, das eigene Know-how zu erweitern
  • Sich mehr vom "was will ich" leiten zu lassen, als vom "das sollte man tun"

Aber es nicht nur die Realisierung dieser Parallelität, die ich so spannend finde - sondern auch die in die Zukunft reichende Erkenntnis: dass mein Körper davon profitiert, wenn ich mich bewusst meinen Geldthemen widme. Und andererseits mein Umgang mit Geld klarer wird, wenn ich gut für meinen Körper sorge. Ressourcen sind universell.

Was doch sehr erleichternd ist - dass man eben nicht alle Baustellen auf einmal angehen braucht. Der Fokus auf eine - ist der Fokus auf alle anderen.