45 - So wenig wie möglich das tun, was man nicht mag.

“What is the ultimate quantification of success? For me, it’s not how much time you spend doing what you love. It’s how little time you spend doing what you hate.” – Casey Neistat

Dieser Satz aus einem aktuellen Podcast von Tim Ferriss was beim heutigen Anhören die logische Fortsetzung meines gestrigen Posts.

Normalerweise denken wir bei "Erfolg" an Feuerwerke, ungeahnte Höhen, dauerhafte Euphorie und endlich die Freiheit, all das zu tun, was wir schon immer tun wollten.

Was mich an Caseys Statement so anspricht ist der viel direktere und nährere Zugang zu diesem Zustand.

Und möglicherweise auch der ehrlichere. Denn wie kommt man in der Praxis dahin, wohin man kommen will? Meistens nicht durch eine eindeutige nächtliche Eingebung in jungen Jahren, die einen glasklar und unfehlbar erkennen lässt, was man im Leben so machen will. Sondern eher dadurch, dass wir sehr viel ausprobieren, und nach und nach das wegfallen lassen, was nicht passt.

Und wie gut es auch auf das eigene Bewegungsspektrum passt: Ich glaube, dass es auch dabei darum geht, kontinuierlich das wegfallen zu lassen, was nicht passt, was sich nicht gut anfühlt, was nichts bringt. Obwohl es vielleicht als gesund, leistungssteigernd oder "für die Figur" gut sein soll. Aber was nützt es, wenn man es nur gelangweit erträgt?

"Nicht mögen" hat in dem Zusammenhang nichts mit "zu faul" oder "nicht bereit, ein Committment einzugehen" zu tun. Es ist nicht mit Tagesform-Laune und Fixierung auf instantane Gratifikation zu verwechseln. Es ist eine tiefe uind ehrliche Erkenntnis darüber, was jedem von uns nachhaltig gut tut.

Und das wird sich definitiv nach und nach herausschälen - wenn man nach und nach alles andere weglässt.