19 - Bewegungsparallelen: Der Sprung von Methoden/Techniken zu Prinzipien

Man kann es sich schwer machen, wenn es um das Lernen von Bewegungen geht.

Man kann das ganze Leben lang damit verbringen, neue Techniken, Methoden, Sequenzen, Protokolle, Schritte zu lernen. Jedes Mal aufs Neue - mit viel Fleiß, Wiederholungszahlen, Cues.

Oder man erkennt, dass Bewegungen bestimmten physikalischen und neurologischen Parallelen folgen. Dass z.B. ein Abdrücken/Abstoßen immer auf die gleiche Art von Extensionsmuster zugrückgreift. Dass Drehungen am leichtesten werden, wenn man das Drehmoment minimiert (d.h. die Masse des Körpers möglichst nah und symmetrisch um die Drehachse positioniert).

Diese zwei unterschiedlichen Perspektiven entsprechen genau dem Unterschied zwischen einem methoden-/techniken- und einem prinzipien-basierten Blick auf Bewegung. Und letzterer bedeuted deutlich weniger (krampfhafte) Mühe.

Und so eröffnen sich ganze Parallelwelten: Eine Ballettübung funktioniert wie das Schießen eines Balles - in beiden Fällen muss das Becken über die Aktivität des Stanbeins stabilisiert werden, während das Spielbein eine hohe Kraft erzeugt. Die Stabilisiation im Handstand entpricht dem Stehen auf den Füßen. Das Hängen/Klimmzug braucht genau das gleiche Schulterstabilisationsmuster wie das Zähneputzen. Das Atemmuster basiert darauf, das Volumen in jeder Position/Bewegung zu maximieren.

So lernt es sich nicht nur schneller - sondern auf deutlich einfacher.