20 - Die wahre 100-Tages-Herausforderung

Eine 100-Tages-Challenge ist im Grunde kein großes Ding.

Solange alles nach Plan läuft. Solange man die 5, oder 10, oder 30min, oder vielleicht eine Stunde (wie bei diesen Artikeln) einigermaßen in jeden Tag einfügen kann.

Das Problem entsteht erst, wenn ein Tag ganz anders verläuft. Z.B. weil man den ganzen Tag nicht da ist, wo man den Challenge-Inhalt machen kann (z.B. kein Rechner zur Hand, wenn man schreiben will; oder keinen Platz, um eine Übung zu machen), oder ständig von anderen Leuten umgeben ist oder oder oder.

Die Wirkung eines solchen Tages geht über diesen Tag hinaus - denn er vermindert automatisch die Moral für den folgenden. Sobald man einen Tag fallen lassen musste, steigt die Challenge-Aussteige-Wahrscheinlichkeit um ein Vielfaches.

Aber in genau dieser Herausforderung steckt eigentlich der gesamte Sinn der Challenge.

Denn genau solche Tage, an denen man überhaupt keine Zeit, Gelegenheit o.a. für das Einhalten des Committments hat lehrt einen so wirklich, alles zu vereinfachen. Die Hürden zu senken. Den eigenen Anspruch zu mindern. Dem Perfektionismus ein Schnippchen zu schlagen.

Man lernt an genau solchen Tagen, die eigenen Träume, Ambitionen und Commitments gegen das Chaos eines jeden Tages zu verteidigen. Sich nicht abbringen zu lassen, und sei es, dass man nur noch einem einzigen dünnen Faden hängt.

Denn das ist alles, was es braucht.