74 - Wie man sich zwischen verschiedenen Optionen für eine entscheidet.

Vielseitig interessiert zu sein - ist etwas Wunderbares.

Aber auch etwas sehr Anstrengendes. Spätestens in Situationen, in denen man sich unter vielen Interessensoptionen für eine entscheiden muss oder will. Ob im Beruflichen, in der Freizeit, oder in Bezug auf Fitnessziele: Die Leidenschaft für alles und die FOMO (Fear of Missing Out) kann einen Entscheidungsprozess oder das Fokussieren auf ein Projekt ziemlich zäh gestalten.

Viele gängige Ratschläge zielen in eine Richtung: Triff unbedingt Deine Entscheidung, man kann nicht alles haben, konzentrier Dich auf eins und finde Dich einfach damit ab, dass Du zu allem anderen nein sagen musst.

Hm. Wirklich?

Mag sein, dass es ideal ist, sich auf eine Sache zu konzentrieren. Aber in dem Moment, wo man sich partout eine Entscheidung abringen will - kommt ziemlich Druck auf. Denn es steht viel auf dem Spiel, und wehe die Wahl trifft nicht ins Schwarze.

Als ich vor Kurzem mal wieder über berufliche Optionen brütete, stolperte ich über einen interessanten Blogartikel zu dem Thema. Steven Pressfield empfiehlt darin:

But sometimes (I know, I know), we’ve got ten potential projects rattling around inside our skulls and we can’t tell which one we’re most scared of (or which one we like the most.)

What do we do then?

My method is to pick the two or three most promising and start working on all of them.

Und weiter:

But bank on this: with the passage of time, a clear winner will emerge.

Same thing with our three (or more) competing projects.

Yeah, right now we can’t tell if it’s A, B, or C. But a month from now, C’s gonna start feeling a little shopworn.

We’ll narrow the race to A and B.

Eventually the fog will disperse and we’ll pick one (let’s say A).

Six months from then we’ll look back and say, “I can’t believe I ever took B and C seriously. It was so obvious that A was the best!”

Problem gelöst.

Viel einfacher.

Vielleicht ist das Schwierige an einem Entscheidungsprozess also gar nicht die vielen Leidenschaften und die Angst davor, auf das Falsche zu setzen - sondern die Sorge davor, Angefangenes zu verwerfen. Nicht durchzuziehen. Nicht dranzubleiben - was angeblich doch ein Zeichen von Stärke wäre. Die Angst davor, von anderen nicht ganz ernst genommen zu werden, weil man die meisten Dinge nicht durchhält.

Also Schluss mit dem Druck - und machen wir uns Entscheidungen in Zukunft leichter. Fangen wir bitte so viel wie möglich an, um so vieles wie möglich wieder fallenzulassen.

Und den Rest dann in vollen Zügen, und großer Kraft, bis zum Ende durchzubringen.