50 - Mit Abstand die Nr. 1-Gesundheits-Gewohnheit im Winterhalbjahr

Klar, eine robuste Gesundheit beruht auf vielen guten Gewohnheiten. Und trotzdem habe ich mich neulich interessehalber gefragt: Wenn ich, ganz fiktiv, dazu gezwungen wäre, unter all diesen Gewohnheiten eine einzige auszuwählen und mich rigoros auf sie zu fokussieren - welche würde ich nehmen?

Im Grunde ist das wieder eine Anwendung der Lag-/Lead-Measures-Idee: Welche einzige, quantifizierbare Aktivität, auf die ich direkten Einfluss habe (= Lead-Measure) beeinflusst meinen gesundheitlichen Zustand (= Lag-Measure) am allereffektivsten?

Auch wenn ich ein wenig darüber nachdenken musste - bezogen auf die Herbst/Winterzeit ist die Antwort ist für mich relativ klar. Und denkbar einfach:

Draußen verbrachte Zeit pro Tag.

Und wenn ich es quantifizieren müsste, würde ich sagen: Zusammengenommene mindestens zwei Stunden pro Tag draußen verbringen, und zwar möglichst viel davon bei Tageslicht.

Das klingt vielleicht zu einfach, um wahr zu sein - aber die Implikationen dieser Gewohnheit sind enorm:

  • Wenn man im Spätherbst, Winter und beginnendem Frühling Zeit draußen verbringt - dann heißt das im Grunde automatisch, dass man sich draußen bewegt. Einfach weil es zu kalt ist, um sich nicht zu bewegen. D.h. man hat ohne groß etwas zu tun ein ordentliches Bewegungspensum (auch einfach irgendwohin zu Fuß gehen zählt schon).
  • Eines der Hauptprobleme der Winterzeit: Vitamin-D-Mangel durch geringe Sonnenexposition. Damit einhergehend: Infektanfälligkeit, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen/depressive Verstimmungen, Hautprobleme und Verdauungsbeschwerden. Zwei Stunden draußen können da einen Riesenunterschied machen. Und es muss noch nicht mal direktes Sonnenlicht sein - auch ein verhangener Himmel bringt was.
  • Die regelmäßige Zeit draußen hilft dem Körper, sich an die winterlichen Kälte- und Wetterverhältnisse zu akklimatisieren. Der Körper reagiert dann weniger empflindlich auf Kälte und Nässe - was insbesondere Atemwegsinfekten vorbeugen kann.
  • Ohne die wissenschaftliche Evidenz dazu zu kennen - ich bin überzeugt davon, dass die Zeit an der winterlichen Luft den Appetit reguliert und die damit verbundene Bewegung ein guter Ausgleich zu der sonst bewegungsarmen und Süßigkeiten-reichen Zeit ist.
  • Man bleibt die ganze Zeit über in einem gut trainierten und Winter-akklimatisierten Zustand - und ist besser auf typische, punktuelle Winteraktivitäten, z.B. Skitage vorbereitet. Außerdem muss man dann nicht mühsam im Frühjahr anfangen, den "Beachbody" aufzubauen.
  • Zwei Stunden sind immer machbar, auch wenn man tagsüber im Büro arbeitet: Eine halbe Stunde morgens vor der Arbeit, eine Stunde während der Mittagszeit, eine halbe Stunde am Nachmittag oder Abend. Easy.

Die Idee eignet sich auch hervorragend für eine 100-Tages-Challenge - warum nicht heute anfangen und sich gerade in den dunklen Monaten November, Dezember, Januar herausfordern. Es gibt wirklich Schwierigeres, als einfach, egal wie, zwei Stunden draußen zu verbringen. Und es könnte das Beste sein, was Du diesen Winter machst.