83 - Müdigkeitszeichen erwischen

Es ist eine hohe Kunst, die Grenzen des Körpers zu erspüren. Zu merken, wenn er gerade ein kleines bisschen zu belastet ist. Wann er eigentlich ein wenig Pause von allem braucht, obwohl man sich eigentlich noch ganz fit fühlt. Also noch WEIT bevor er sich verletzt, krank wird, oder gar nicht mehr kann.

Eine hohe Kunst, die es wert ist zu lernen; denn man kann sich definitiv viel Frust und Leid ersparen. Häufig ist das aber nicht so einfach, denn erste subitle Überlastungen entstehen oft schleichend-akkumulativ; und es erfordert ein sehr sensibles Empfinden für kleinste körperliche Veränderungen.

Das muss man üben und über die Zeit lernen. Aber wenn wir ganz ehrlich mit uns sind, dann gibt es bestimmte kleine Anzeichen - die wir normalerweise bagatellisieren und nicht an die große Glocke hängen, die aber nichtsdestotrotz erste Hinweise dafür sind, dass der Körper im Hintergrund ziemlich arbeitet und ein wenig Luft braucht.

Jeder hat da so seine eigenen Hinweise: Wenn meinem Körper über eine gewisse Zeit viel zugemutet habe und mehr Regeneration brauche, merke ich das z.B. daran, dass ich im Alltag ungeschickter werde, d.h. mich öfter mal anstoße oder stolpere. Ein anderes Zeichen ist, wenn ich ganz gewöhnliche Dinge vergesse oder mir Termine untergehen. Andere Menschen verschlafen vielleicht auf einmal, obwohl sie sonst gar nicht dazu neigen; oder haben auf einmal Gelüste auf bestimmte Lebensmittel.

Und an der Stelle braucht es noch etwas anderes: Den Mut und die Ehrlichkeit, auf diese Signale zu reagieren. Also nicht weiterkeulen, nur weil es doch noch geht - sondern einen Gang zurückzuschalten, OBWOHL es noch gehen würde.

Langfristig aber die zeitsparendere Alternative.