Die Top-20-Liste: Was ich für ein Baby nicht mehr anschaffen würde. (Und die Top-3, die sich wirklich lohnen.)

Auch wenn mein Sohn schon eine ganze Weile Schulkind ist: Ich kann mich noch genau daran erinnern, wie aufregend und unvergleichlich es war, mit ihm schwanger zu sein.

Ich kann mich auch noch an etwas anderes erinnern: Den unglaublich starken Drang, so gut wie möglich vorbereitet zu sein. Die perfekten Anschaffungen zu machen, damit mein Baby sich auf dieser Welt so gut wie möglich fühlen würde. Nesttrieb nennt man das. Eine ganze Industrie freut sich, wenn bildungsnahe Mittelschichts-Paare endlich zum ersten Mal Eltern werden.

Im Rückblick waren gefühlt 80% meiner Anschaffungen überflüssig. (Was ich natürlich nur deswegen sagen kann, weil ich sie angeschafft habe.)

Der Grund, warum ich dieses Thema hier aufgreife: Viele dieser Anschaffungen sollen den frischgebackenen Eltern einen gewissen körperlichen Komfort und Entlastung verschaffen. Denn die Sache ist: Die Geburt eines Kindes, und natürlich auch schon die Schwangerschaft, stellen nicht nur einen Rieseneinschnitt in das Leben der Eltern dar, sondern verlangen von ihnen körperlich Dinge ab, die sie noch nie zuvor leisten mussten. Die körperlichen Veränderungen und Verschiebungen in der schwangeren Mutter. All die neuen Handgriffe, mit denen das Neugeborene versorgt werden muss. Das viele Heben, Tragen, Spielen, und dann vielleicht noch unregelmäßiger Schlaf. Und irgendwie noch arbeiten oder sonstige Erledigungen machen.

Klar, dass den Körper belastet und überlasten kann. Und dass Hilfsmittel wie Kinderwagen, Gitterbettchen & Co. Abhilfe und ein wenig Abstand versprechen.

Dabei geht allerdings ein ganz wichtiger Aspekt ein wenig unter: Dass nämlich der menschliche Körper, vor allem der der Frau, möglicherweise exakt dafür gemacht ist, die Belastung des Kinderkriegens und Großziehens zu erfahren - und sie ganz natürlich wegzustecken. Dass die Überlastung und das Bedürfnis nach erleichternden Hilfsmitteln nicht eine notwendige Konsequenz des Kinderkriegens ist - sondern 1) ein Resultat unseres körperlich wenig fordernden Lebensstils, der unsere Körper für das Kinderkriegen und -Versorgen nicht besonders robust gemacht hat und 2) das Fehlen von Unterstützung durch andere für die sehr geforderte (meistens) Mutter.

Ich sage nicht, dass jeder nun auf Maxi-Cosis und Wickelkommoden verzichten soll, aber warum nicht jede noch so selbstverständliche Anschaffung zunächst hinterfragen? Warum nicht achtsam überlegen, wie man körperlich bewusster mit seinem wundervollen Baby umgehen - und so dem eigenen Körper das einzigartige Belastungsprofil und Bewegungsspektrum der Elternschaft zum rechtmäßigen Geschenk machen kann.

In diesem Sinne - hier ist meine Top-20-Liste von Dingen, die ich nie wieder anschaffen würde, wenn ich nochmal ein Kind kriegen würde:

...auch eine kurzzeitige Alternative zum Kinderwagen.

...auch eine kurzzeitige Alternative zum Kinderwagen.

  1. Kinderwagen (Yes, that's right. Längeres Thema. Die Kurzfassung: Kind erst so vielseitig wie möglich tragen, dann Kind laufen lassen. Ein besseres Training kann sowohl Kind wie auch Eltern nicht passieren. Aber: Beim Tragen gibt's einiges zu beachten. Und bei Kindern mit deutlichen Entwicklungsverzögerungen/Behinderungen muss man ein wenig abwägen.)
  2. Gitter- oder sonstiges Bettchen (War immer schon so und wird auch immer so sein: Was Besseres als Co-Sleeping kann einem Kind nicht passieren.)
  3. Wickelkommode (Wickeln geht überall; und in Bodennähe ist es sowohl entspannter als auch vielseitiger für Mutter-/Vater-Körper.)
  4. Kinderzimmer (Für die durchschnittlich eine Stunde pro Woche?)
  5. Kleidung (kriegt man eh geschenkt)
  6. Spielzeug (s. 5.)
  7. Babywanne (Zumindest wenn man eine normale hat.)
  8. Sicherungen (Steckdosen, Treppen, Schränke etc)
  9. Babybjörn und ähnliche "ergonomische" Tragehilfen (Zu einseitig belastend für Träger und Kind. Ich hatte einen ergo-Carrier - der war gerade so an der Grenze zu ok; trotzdem ist man mit einem Tuch um ein mehrfaches flexibler und vielseitiger.)
  10. Schlaf-Ratgeberbücher (Jedes Kind kann schlafen lernen?? Ja mit Sicherheit kann es das - wahrscheinlich muss es das evolutionsbedingt sogar gar nicht erst lernen. Und mit Sicherheit nicht per Buchprotokoll und Stoppuhr.)
  11. Sonstige Kinder-Ratgeberbücher (Mütterliche Intuition schlägt noch jedes Buch. Geld lieber in Meditations-CDs investieren.)
  12. Babyschlafsack (s. 2.)
  13. Für mich während der Stillzeit gekaufte Kleidung (Nach einem halben Jahr hatte ich für die leider keine Verwendung mehr.)
  14. Handschuhe (Es sei denn das Kind trägt sie tatsächlich.)
  15. Schuhe (Auch ein längeres Thema.)
  16. Reisebett (Abgesehen davon: Unglaublich, wie schwer die Dinger sind! "Reise"?)
  17. Schnuller (Lag unbenutzt rum.)
  18. Geburtskarten (Aber heutzutage macht man das ja eh über Facebook?)
  19. Infrarot-Lampe für die Wickelkommode (s. 3.)
  20. Alle Sachen, die irgendwie Geräusche machen (Supernervig.)

(Kann das sein, dass das gerade der monetäre Gegenwert von mehreren Fernreisen für Eltern und Kinder war?)

Da das geradezu nach einer Best-of-Liste von sinnvollen Anschaffungen schreit - und sie eh verhältnismäßig kurz ist - hier meine Top-3:

  1. Qualitativ hochwertigste (die Unterschiede sind wirklich enorm!) Tragetücher in drei verschiedenen Längen (damit kann man fast alle Zwecke der obigen Liste abdecken)
  2. Tripp-Trapp-Stuhl (ein Hoch auf die gerade, nicht-geformte Sitzfläche und die Anpassungsfähigkeit - wenn ich zu Hause auf einem Stuhl sitze, dann auf dem)
  3. Qualitativ hochwertige elektrische Milchpumpe (für ein wenig Freiraum in einer sehr intensiven Zeit)

Und was würde so auf euren Listen stehen? Ich bin sehr neugierig und gespannt auf eure rückblickenden Erkenntnisse!