Es gibt nicht die eine Lösung für Dein Burnout-Problem.

Es gibt, selbst in einer ganzheitlichen Betrachtungweise, eine ur-menschliche Sehnsucht:

Dass es für alles eine (ganzheitliche) Lösung geben soll. Oder eine Kombination von mehreren Lösungen. So ganz nach dem Motto "Mach A, B, C; gehe zu C,D und E - dann kommt sehr wahrscheinlich F raus" (und F ist gut).

Schauen wir uns das genauer an. Burnout ist in aller Munde, und ein gutes Beispiel - weil man sehr lange mit einem Burnout leben bzw funktionieren kann, bevor es richtig kracht.

Burnout ist in der Tat ein weiter Begriff, und wird unterschiedlich definiert - ich verstehe Burnout an dieser Stelle als: Ein länger anhaltendes Gefühl von Überforderung (kann auch aus Unterforderung entstehen!); keinen wirklich erfüllenden Sinn im eigenen Tun zu erleben; machen, funktionieren; ein leichter Schleier von Langeweile/Resignation/Sinnlosigkeit über allem; sich und die eigenen Bedürfnisse nicht mehr spüren geschweige denn zu leben. Häufig geht das einher mit einem affluenten Lebensstil, einem guten Job, dem Lebensstil angemessenen Freizeitaktivitäten und hohem Medienkonsum. Symptome können sein: Schlafprobleme, Appetitlosigkeit oder Heißhunger, Infekte, muskuläre Verspannungen und Schmerzen, Antriebslosigkeit oder Überaktivität.

Und was wirft man im Normalfall auf dieses Gefühls- und Symptombild "Burnout"?

Die Empfehlung: Entschleunigen, langsamer machen. (Wenn man das könnte, wäre es dann überhaupt zum Burnout gekommen?)

Ausreichend schlafen. (Wie soll man ausreichend schlafen, wenn man nicht schlafen kann?)

Ambulante Psychotherapie, oder Klinikaufenthalte.

Medikamente, ob allo- oder homöopathisch, gegen die Symptome.

Alles schön und gut, ganzheitlich, von mehreren Seiten. Das meine ich wirklich: Ich glaube sehr daran, dass man sich zunächst um das akute Problem kümmern muss, bevor man weitreichendere Veränderungen angehen kann.

Das Problem: Wer einmal unter Burnout gelitten hat - wird statistisch gesehen mit einer hohen Wahrscheinlichkeit wieder in einen hineinrauschen.

Denn der Punkt ist: Eine Reihe von Maßnahmen und Lösungsansätzen, so umfassend und ganzheitlich und effektiv sie auch sind, werden sich irgendwann auswaschen, und es wird erneut krachen - wenn diese Maßnahmen und Lösungen nicht irgendwie fest im Alltag verankert sind. Wenn sie nicht Teil des (neuen) Lebensstils werden.

Und das bedeutet: Eine komplett neue Haltung sich selbst gegenüber - und zwar nicht nur während der Therapiesitzungen, in Achtsamkeitsmeditationen, beim Lesen guter Ratgeber, und im stillen Kämmerlein - sondern genau dann, wenn der Druck eigentlich am größten ist. Wenn man dem Chef eigentlich seinen Auftrag nicht ausschlagen dürfte. Wenn alle spöttisch schauen, weil man früh aus dem Büro geht. Wenn man den Kindern einen neuen Weg aufzeigt, während die am liebsten einfach nur bespaßt werden wollen. Wenn so viel ansteht, der Körper aber "Sofa" schreit.

Ein Burnout ist KEIN Versagen des Körpers. Ein Burnout ist die völlig natürliche Reaktion des Zentralen Nervensystems auf einen Lebensstil, der zwar gesellschaftlich die Norm sein mag, für den ein menschlicher Körper und Geist aber meistens überhaupt nicht gemacht sind.

Für diesen Weg zu einem menschlicheren Lebensstil gibt es, so lange ich auch gesucht habe, kein Patentrezept. Das liegt vor allem daran, dass sowohl dieser Lebensstil als auch der Weg dahin höchst individuell sind. Jeder von uns hat eine einzigartige Kombination von Lebensinhalten, die ihn zum Blühen und in die eigene Kraft bringen.

Patentrezepte also nicht - aber es gibt Prinzipien, Mini-Gewohnheiten, Bewegung und kleine Alltagsschritte, die nach und nach, mit ein wenig Geduld, Dein Leben wieder aufblühen lassen. Ein Leben, dass ganz allein zu Dir passt und dass Dich wahrscheinlich ziemlich überraschen wird (im guten Sinne!).

Wenn Du magst, dann lass uns besprechen, wie das für DICH aussehen könnte (patricia@gobeyondtraining.net, 0176-29456008).