14 - Vergiss Bewegung und gute Ernährung: Der Schlaf als Dealbreaker

Wenn es um Gesundheit und Fitness geht - dann kreisen die Themen, in der öffentlichen Diskussion, in den Medien, und zwichenmenschlich, meistens um: Wie viel man sich bewegt, wie oft man Sport macht, und wie man sich ernährt.

In möglicherweise 80% bis 90% der Fälle sind diese Diskussionen wahrscheinlich: Interssant - aber völlig irrelevant.

DENN: Solange man nicht durchschnittlich etwa acht Stunden Schlaf loggt - braucht man über alles andere im Grunde nicht nachdenken.

[Kurzer Einwand: Rein physiologisch gibt es schon noch zwei ebenso wichtige bzw wichtigere Faktoren: Atmung und Wasser trinken.]

Jeden Tag diese acht Stunden friedlich und ungestört zu Buche schlagen zu lassen ist nicht etwa ein Luxus vergangener Zeiten. Auch wenn es heutzutage schick ist, mit chronischem Schlafmangel zu kokettieren - unsere physiologisches Gleichgewicht basiert auf der enorm wichtigen Regenerationsphase, die ein vollständiger Schlafrhythmus für uns bedeutet.

Das Irreführende dabei ist, dass chronischer Schlafmangel sich nicht unbedingt durch Müdigkeit oder Schläfrigkeit bemerkbar macht. Denn wie immer ist der Körper ein Meister in Anpassung - auch an dauerhaft zu wenig Schlaf. Ein Hinweis, dass man regelmäßig unterschläft: Wenn man zu jeder Zeit und in jedem Kontext einnicken kann (z.B. in Transportmitteln, als Zuschauer bei Veranstaltungen, vor dem Fernseher, in Meetings).

Andere Anzeichen: Konzentrationsstörungen, verlängerte Reaktionszeiten, verlangsamte Lernphasen, verschlechterte motorische Koordination, Krafteinbußen, depressive Verstimmungen, Infektanfälligkeit, Übergewicht, Diabetes, verlangsamte Wundheilung und generell längere Genesungszeiten.

Bevor Du Dich also aufmachst, an Deiner Ernährung und Deinen Bewegungsgewohnheiten zu schrauben, nimm Dir zwei bis drei Monate Zeit für eine simple Dokumentation: Notiere Dir nach jedem Aufwachen, wie viele Stunden Du geschlafen hast und ob Du Dich erholt fühlst (1: gut geschlafen, erholt aufgestanden; 2: Konnte nicht einschlafen oder war zwischendurch länger wach; gerädert aufgestanden). Wenn Du mehr als fünf 2en pro Monat und unter sieben Stunden hast - dann ist es sinnvoller, dass Du Dir Deine Schlafgewohnheiten anschaust und nach Ursachen für Deinen Schlafmangel forschst.

Was nicht heißt, dass Du Dich in der Zeit nicht bewegen oder gut ernähren sollst. Im Gegenteil - ausreichend Bewegung kann Deine Schlafqualität deutlich verbessern, und bestimmte Ernährungsgewohnheiten wirken sich ebenfalls darauf aus. Aber der Fokus sollte dabei darauf gerichtet sein, den Schlaf wieder zu einem zuverlässigen und regenerierenden Begleiter zu machen.

Ein interessanter Artikel darüber, wie unsere moderne Schul- und Arbeitswelt überhaupt nicht mit unserem Schlaf-/Wachrhythmus vereinbar ist:

http://news.nationalpost.com/health/starting-work-before-10-a-m-is-tantamount-to-torture-and-is-making-staff-sick-and-stressed-researcher-says

(Spoiler Alert: Die Verschiebung des Schulbeginns von 08.30h auf 10.00h verbesserte die Durchschnittsnoten der an einer Schlafstudie teilnehmenden Schüler um 19%.)