The EPICenter-Mindset: Eine höchst subjektive Lese-Liste.

Man ist, was man liest (auch wenn man nicht liest). Nicht umsonst schauen wir in den Wohnzimmern anderer Leute zunächst mal ins Bücherregal (wer weiß wie lange noch, in Kindle-Zeiten) - die Sammlung von Titeln gibt uns auf direkte Weise einen intimen Eindruck in die Haltung und Überzeugungen unserer Gastgeber, ohne dass es vieler Worte bedarf. Die Realisierung, dass man ähnliche Leseinteressen oder gar spezifische Übereinstimmungen hat, kann mit einem Schlag verbindend wirken.

Aus gutem Grund - denn alles, was wir an Büchern, Zeitungsartikeln, Tweets, Fachpublikationen und Blogposts konsumieren, kann einen entscheidenen Einfluss darauf haben, wie wir die Welt wahrnehmen, was wir für möglich halten und was wir tun oder nicht tun. Die richtige Lektüre zur rechten Zeit kann uns aus Krisen holen, unvorhergesehene Ideen erzeugen, Startpunkt für eine radikale Lebensänderung sein und uns das Gute in der Welt wieder sehen lassen.

Die Vorbereitungen für das EPICenter waren für mich auch ein Anlass, auf meine persönlichen Lektüren zurückzuschauen - unter dem Gesichtspunkt, welche mich in unternehmerischer Hinsicht und in Bezug auf mein Körper- und Bewegungsverständnis geprägt haben. Und diese Rückschau will ich hier teilen - mein virtuelles Wohnzimmer-Bücherregal der letzten etwa fünf Jahre sozusagen, inklusive Kindle-Bibliothek. Vielleicht möchte ich damit auch auf diese andere, etwas indirektere aber sehr persönliche Art zeigen, welche Vision hinter EPICenter steckt; welche Möglichkeiten ich für jeden einzelnen zukünftigen Co-Worker sehe; und dass es für alles einen Weg gibt.

Die folgende ca. Top-30-Liste ist also nicht als Must-Read oder als Empfehlung gedacht - sondern als Einblick, zum Kennenlernen, als Anknüpfungspunkt und Anregung. Und als Startpunkt für Deine eigene Liste - die Du gerne in den Kommentaren hinterlassen kannst und über die ich mich sehr freuen würde!

[Sofern vorhanden, habe ich bei den englischen Titeln die deutschen Übersetzungen mit angegeben.]

Unternehmerischer Weg, und wie man sein eigenes Ding findet:

Dick Richards: Is Your Genius At Work? 4 Key Questions To Ask Before Your Next Career Move [Wenn man ein für alle mal wissen will, was der Kern des eigenen Tuns, Arbeitens, Denkens und überhaupt von allem ist. Das Ergebnis sind zwei Wörter, die ein Leben lang Bedeutung haben werden.]

Tim Ferris: The 4-Hour-Workweek/Die 4-Stunden-Woche [DER Klassiker schlechthin in Bezug auf "den eigenen Weg gehen". Ich empfehle hier auf jeden Fall die deutsche Ausgabe, das das Buch sehr hilfreiche Ressourcen enthält, die in der deutschen Übersetzung auf den deutschen Sprachraum angepasst sind.]

Michael E. Gerber: The E-Myth Revisited/Warum die meisten kleinen und mittleren Unternehmen nicht funktionieren (Deutsche Ausgabe im Moment, zumindest auf Amazon.de, nur als Audiobook vorhanden) [Der Klassiker zum Thema "vom Freelancen zum Unternehmertum".]

Seth Godin: ganz viel; insbes. The Icarus Deception (liegt noch nicht auf Deutsch vor) und Permission Marketing (Deutsche Version mit gleichem Titel) [Ein Vordenker, der Mut macht und zu ganz eigenen Wegen des Marketings anregt.]

Seth Godin's Freelancer-Kurs (Webinar) auf Udemy: https://www.udemy.com/seth-godin-freelancer-course/

Amanda Palmer: The Art of Asking or How I Learned to Stop Worrying and Let People Help (erscheint im September 2015 mit gleichem Titel auf Deutsch) [Sehr beeindruckend in Bezug auf authentische Kommunikation mit Fans und Followern. Wahnsinnsbuch. Ich empfehle auch Tim Ferris' Podcast-Episode mit ihr: http://fourhourworkweek.com/2015/03/30/amanda-palmer/]

Hélène Grimaud: Lektionen des Lebens - Ein Reisetagebuch [Eine Weltklasse-Pianistin, die mit Wölfen arbeitet - Prime Example eines "eigenen Weges"...]

Chris Anderson: The Long Tail - Why The Future of Business Is Selling Less of More (Deutsche Version mit gleichem Titel) [Über die "Nischisierung" von Massenmärkten als Konsequenz der digitalen Revolution - und was das für Unternehmer bedeutet. Auch wenn man nicht direkt in digitalen Branchen arbeitet, ein gutes Buch um die Auswirkungen zu verstehen.]

Garr Reynolds: presentationzen - Simple Ideas on Presentation Design and Delivery/Zen oder die Kunst der Präsentation: Mit einfachen Ideen gestalten und präsentieren [Vor der Lektüre dieses Buches habe ich immer gedacht, dass man mit PowerPoint Bullet Points einfach leben muss. Nein - es geht auch ganz anders. Eye-opening.]

Christopher V. Flett: Business Report: Was Männer Frauen nicht erzählen (Original: What Men Don't Tell Women About Business: Opening Up the Heavily Guarded Alpha Male Playbook) [Oh Mann. Hätte ich das Buch bloß mit 20 gelesen.]

Brad Blanton: Radical Honesty - How to Transform Your Life By Telling the Truth/Radikal Ehrlich: Verwandle Dein Leben - Sag die Wahrheit [Ein erfrischender Gegenentwurf zu gewaltfreier Kommunikation, Ich-Botschaften und so tun, als ob alles ok wäre.]

Simon Sinek: Start With Why/Frag immer erst: warum: Wie Top-Firmen und Führungskräfte zum Erfolg inspirieren [Oder vielleicht reicht auch sein bahnbrechender (einer der meistgesehensten) TED-Talk: http://www.ted.com/talks/simon_sinek_how_great_leaders_inspire_action]

Oliver Burkeman: The Antidote - Happiness For People Who Can't Stand Positive Thinking [Grandioses, positiv ernüchterndes Buch für alle, die genug haben von Tony Robbins, positivem Denken und sonstigem Chakka-chakka. Nein, man muss nicht immer hoch-motiviert und super drauf sein, wenn man seinen eigenen Weg geht - im Gegenteil: Gerade das unspektakuläre Aufraffen in anstrengenden Zeiten macht den Unterschied zwischen "es schaffen" und "es nicht schaffen".]

Susan Cain: Quiet - The Power of Introverts in a World That Can't Stop Talking/Still: Die Kraft der Introvertierten [Auch dieses Buch beruht auf einem berühmten TED-Talk: http://www.ted.com/talks/susan_cain_the_power_of_introverts. Wichtige Lektüre, die widerlegt, dass man nur durch laut sein zum Erfolg kommt.]

David Marquette: Turn The Ship Around! A True Story of Building Leaders by Breaking the Rules [Ok, also wenn man sogar in der US-Army mit innovativen und auf Autonomie basierenden Management-Konzepten erfolgreich sein kann - wo dann nicht??]

Jody Thompson, Cali Ressler: Why Work Sucks and How to Fix it - The Results-Only Revolution/Bessere Ergebnisse durch selbstbestimmtes Arbeiten: Erfolgreich mit dem ROWE-Konzept [Ich gebe zu: Dieses Buch hat radikal, und für immer, verändert wie ich über Arbeit, Produktivität, Ergebnisse und Mitarbeiterführung denke. Brutal augenöffnend.]

Doug Kirkpatrick: Beyond Empowerment - The Age of the Self-Managed Organization [Das ist wahrscheinlich die momentan höchste denkbare Stufe von Mitarbeitereinbindung in die Unternehmensführung. Es begeistert mich zu sehen, was alles möglich ist. Wenn man dran bleibt. Experimentiert. Kritik aushält. Überzeugt ist.]

Unternehmertum, Fitness-/Gesundheitsbranchen-spezifisch

Dan Clements, Tara Gignac: The Practitioner's Journey - The Path to Success for Holistic, Alternativve and Integrative Health Professionals [Hier, wie in anderen Titeln auf dieser Liste, geht es darum, vom Selbständigen/Praxis-/Studioinhaber zum Unternehmer zu werden. Und irgendewann führt kein Weg daran vorbei, wenn man nicht ausbrennen will.]

Umgang mit Geld und Finanzen, jenseits von alten Glaubenssätzen und Selbst-Sabotage

Barbara Stanny: Prince Charming Isn't Coming - How Women Get Smart About Money/Märchenprinzen warten nicht [War mein Startpunkt meiner nun für immer veränderten Haltung in Bezug auf Geldangelegenheiten.]

Barbara Stanny: Overcoming Underearning - A Five-Step Plan to a Richer Life

Kreative Prozesse und die Widerstände, die mit ihnen einhergehen

Steven Pressfield: The War of Art/Morgen fange ich an....warum nicht heute?

Steven Pressfield: Do The Work

Steven Pressfield: Turning Pro [Steven Pressfields Bücher haben mir geholfen zu verstehen, dass innere Widerstände in der eigenen unternehmerischen und kreativen Entwicklung genau so selbstverständlich sind wie die Schwerkraft auf unser alltägliches Leben wirkt. (Man kann ja trotzdem auf Berge wandern.)]

Twyla Tharp: The Creative Habit [Eine bekannte Choreografin beschreibt ihre Kreativitäts-fördernden Gewohnheiten. Ja, es ist wirklich 90% Schweiß.]

Steve Martin: Born Standing Up [Auch hier geht es um 90% Schweiß. Jahrzehntelange Arbeit, um ein Stück Comedy zu perfektionieren. Es ist so hilfreich zu erfahren, wie viel Arbeit hinter vermeintlichem "plötzlichem Erfolg" steckt. Außerdem wusste ich vor dem Buch nicht, dass Steve Martin auch gut schreiben kann!]

Anne Lamott: bird by bird - Some Instructions on Writing and Life (Deutsche Version mit gleichem Titel) [Mittlerweile ein Klassiker in Bezug auf die harte Arbeit hinter kreativem Tun, hier am Beispiel des Schreibens. Wenn Du schon immer ein Buch schreiben oder Unternehmen gründen wolltest: Nach diesem Buch machst Du es.]

Körper/Bewegung/Lebensweise/Neuroplastizität

Tim Ferris: The 4-Hour Body/Der 4-Stunden Körper [Auch wenn man vielleicht nicht alles gut finden muss, was Tim Ferris so macht - die vielen kleinen und größeren Hacks, Ideen und Erkenntnisse, die er aus seinen Selbst-Experimenten gewonnen hat sind aus meiner Sicht wegweisend. Auch aus diesem Buch lässt sich gut rauspicken.]

Norman Doidge: The Brain that Changes Itself/Neustart im Kopf: Wie sich unser Gehirn selbst repariert [Sorry, entgegen meiner Einleitung - das ist ein absolutes MUST-READ, wenn man sich auch nur in der kleinsten Form mit dem Körper beschäftigt (also z.B. einen hat). Mein meist empfohlenes und jedes Mal wieder Begeisterungsstürme auslösendes Buch.]

Naomi Wolf: Vagina (Deutsche Version mit gleichem Titel) [Für Frauen - und für Männer, die Frauen besser kennenlernen wollen. Über die immense Bedeutung der weiblichen Sexualität für ALLES andere.]

Tim Parks: Teach Us To Sit Still - A Sceptic's Search for Health and Healing/Die Kunst stillzusitzen: Ein Skeptiker auf der Suche nach Gesundheit und Heilung [Für Männer - und für Frauen, die Männer besser kennenlernen wollen. Die berührende Suche eines vielbeschäftigten und austherapierten Alpha-Mannes nach Gesundheit und Echtheit.]

Feldenkrais: alles, was er geschrieben hat; insbesondere: Abenteuer im Dschungel des Gehirns, Das starke Selbst [Ich würde behaupten, dass alle sogenannten "modernen" =ZNS-einbeziehenden/evolutionären/funktionellen Bewegungs- und Trainingskonzepte auf Feldenkrais' Arbeit zurückführbar sind. Die er noch weit vor den Erkenntnissen der modernen Neurowissenschaften erlangt hat. Bemerkenswert, faszinierend, auch wenn man sich fürs Lesen wirklich Zeit nehmen muss (also nicht fürs Lesen, sondern für das nochmal Lesen und dann nochmal Lesen, um es zumindest zum Teil zu verstehen.)]

Hanns-Josef Ortheil: Die Erfindung des Lebens [Mich faszinieren unkonventionelle Heilungswege - und dieser ist besonders beeindruckend. Ein Junge, der nicht spricht; ein Vater, der mit ungewöhnlichen Ansätzen experimentiert. Ein Junge, der auf einmal spricht und noch viel mehr macht.]

Kristine Barnett: The Spark/Der Funke: Die Geschichte eines autistischen Jungen, der es allen gezeigt hat [Vom stummen Autisten zu Höchstbegabung und bahnbrechenden Wissenschaftler: Eine Mutter schafft es, ihrem Sohn und zahlreichen anderen Kindern nie für möglich gehaltene Wege zu öffnen. Ihr Hauptansatz: "Finde das, was sie begeistert. Dann verschwinden die Schwächen von ganz alleine." Hat mich in meinem Verständnis von Therapie nachhaltig geprägt.]

Viel Spaß beim "Stöbern" - und jetzt Du!






EPICenter FAQs, Stand Juli 2015

Was ist eigentlich Co-Working und was ist so gut daran?

Eine neue Form des Arbeitens: Ein Co-Working-Space stellt Räumlichkeiten (klassischerweise offene Büroarbeitsplätze) und Infrastruktur zur Verfügung, die von den Mietern/Mitgliedern gemeinsam genutzt werden. Siehe auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Coworking

Im Gegensatz zu Bürogemeinschaften kann die "Einmietung" flexibel erfolgen, d.h. stunden-/tage-/wochen-/monatsweise. Die meisten Co-Working-Spaces bieten aber auch feste Arbeitsplätze oder Büros.

Typischerweise finden sich in Co-Working-Spaces Selbständige aus den Kreativen und IT-Berufen - also all die Branchen, für die ein Schreibtisch-Arbeitsplatz und IT-Infrastruktur ausreichend ist.

Der Vorteil liegt in der gemeinsamen Nutzung: So ist das meistens kostengünstiger als eigene Räume oder Bürogemeinschaften - außerdem schafft die Co-Working-Community eine größere Verbindlichkeit, unterstützt bei der Umsetzung von Ideen und bietet einfach mehr menschliche Nähe als die Arbeit im Home-Office.

"Mehr als jeder Zweite organisiert den Arbeitsalltag optimaler und kann zu Hause mehr entspannen (jeweils 60%). Immerhin 42% aller Coworker erzielen ein höheres Einkommen,[...]" (aus der ersten weltweiten Co-Working Studie (2011, siehe http://www.deskmag.com/de/was-coworking-spaces-bieten-162)

Wie soll das in der Sport- und Gesundheitsbranche funktionieren?

Ganz klar: Die meisten in dieser Branche arbeiten nicht ausschließlich am PC - sondern an Behandlungsliegen, in Kursräumen, Fitnessstudios/Krafträumen, draußen, auf Sportplätzen. Daher wird EPICenter Co-Working zusätzlich zu offenen Büro-/Besprechungsflächen folgende Räumlichkeiten beinhalten:

  • Behandlungsräume (zur festen und flexiblen Nutzung)
  • Trainings-/Kursraum mit entsprechendem Equipment

D.h. die EPICenter-Bewohner werden die Möglichkeit haben, ihre Klienten zu empfangen und mit ihnen zu arbeiten. Es wird einen Empfang geben, eine professionelle Ausstattung und repräsentative Raumgestaltung/Einrichtung. Selbstverständlich ist auch ein flexibles Nebeneinander möglich, z.B. mobile Arbeit bei Klienten zu Hause/im Büro, oder mit Sportlern in den jeweiligen Trainingseinrichtungen - und dann die kreative Planungsarbeit etc im EPICenter.

Wie unterscheidet sich EPICenter von einer Praxis- oder Private Gym-Gemeinschaft?

Vielleicht hauptsächlich im unternehmerischen Anspruch. EPICenter heißt nicht nur, seiner Arbeit nachzugehen - sondern die eigene Selbständigkeit aktiv weiterzuentwickeln. Pilotprojekte anzustoßen. Kreative Lösungen zu den heutigen Gesundheits-Epidemien auszutüfteln. Wenn Dich das reizt, dann wirst Du im EPICenter ähnlich tickende Mitstreiter finden, mit denen Du Dich zusammentun, gegenseitig anspornen und unterstützen kannst.

Außerdem sind durch die unterschiedlichen Bereiche verschiedene Modaliäten für Deine Arbeit möglich: Arbeit im 1:1-Setting in den Behandlungsräumen; dann Trainings-/Bewegungsarbeit im Trainingsraum; Besprechungen/Brainstormings/Strategieentwicklung in den Büro- und Besprechungsbereichen. Dazu eine Atmosphäre, in die Du Deine Klienten gerne einlädst.

Du wirst im EPICenter auch wahrscheinlich eine größere Bandbreite von Fachdisziplinen und Methoden finden - Du kannst Dir also Anregungen aus verschiedenen Blickwinkeln holen und möglicherweise interessante Kooperationen eingehen, die Deiner Arbeit noch größere Wirkung verleihen.

Außerdem wirst Du konkrete Hilfen, Ressourcen und regelmäßige Events erleben - die Dich bei der strategischen und inhaltlichen Entwicklungs Deines Unternehmens hoffentlich sehr beflügeln werden.

Sind die Räumlichkeiten und ihre Lage schon klar?

Nein, im Moment habe ich noch kein konkretes Gebäude im Auge. Bzgl Lage: München Stadtgebiet, und zwar laut momentanen Planungen eher zentral; d.h Westend, Maxvorstadt, Neuhausen, Schwabing. Dies könnte sich im Laufe der Planungen verändern, wenn sich im Austausch mit Dir und anderen Interessenten ergibt, dass eine andere Lage mehr Sinn macht (z.B. Nähe zu bestimmten anderen Einrichtungen oder Freiflächen, oder um mehr Fläche für einen niedrigeren qm-Preis zu bekommen).

Wie ist der momentane Stand des Projektes und kann ich etwas tun?

Stand, as of today:

  • Erster Entwurf der Finanzunterlagen ist angefertigt - mit dem Ziel Investoren, Angel o.ä. für das Projekt zu gewinnen
  • Grobe Sondierung des Immobilienmarktes nach geeigneten Objekten
  • Beginn Aufbau einer Community, aus der die zukünftigen Mieter kommen; z.Zt. über soziale Medien, Newsletter etc

Wenn Du das Projekt gerne unterstützen würdest und/oder Interesse hast, als Mieter dabei zu sein:

  • Schließe Dich unserer Facebook-Gruppe an: https://www.facebook.com/groups/munichepicenter/ Hier gibt es kontinuierliche Updates und Platz für Fragen.
  • Lass Dich unter patricia@gobeyondtraining.net unverbindlich als Mieter vormerken - egal ob Du einen festen Behandlungsraum mieten oder einen flexiblen Zugang willst. Solche konkreten Vormerkungen helfen SEHR dabei, Investoren für dieses Projekt zu gewinnen.
  • Du kennst ein geeignetes Forum, Event, Einrichtung, bei denen ich einen Vortrag halten und diese Idee vorstellen könnte? Sehr gerne. Ich würde die Vorstellung, jeweils nach Absprache, mit einem für das jeweilige Publikum relevanten Thema verknüpfen - z.B. im Stile meiner Artikel über Einsamkeit oder Tragfähigkeit/Unternehmertum in der Sport- und (komplementären) Gesundheitsbranche.
  • Wenn Du Leute kennst, zu denen EPICenter passen könnte und vice versa - lade sie gerne z.B. in die Facebook-Gruppe ein, oder auch zu meinem Newsletter, in dem ich auch auf dem Laufenden halten werde.
  • Falls Du konkret beitragen möchtest, z.B. investieren, bei (Fach-)Planungen mithelfen, eine interessante Immobilie ins Gespräch bringen, Equipment beisteuern etc - dann sollten wir auch ins Gespräch kommen: patricia@gobeyondtraining.net

Mit welchen Kosten darf ich planen, wenn ich mich bei EPICenter einmieten will?

Laut der ersten vorläufigen Planung könnte die Miete für einen festen Behandlungsraum bei etwa EUR 700,- pro Monat liegen - Fair Use von IT-Infrastruktur und Office-Equipment inklusive. Kaffee natürlich auch. Zugang ohne festen Raum, d.h. mit flexibler Nutzung der Räume wird - je nach zeitlichem Tagesumfang zwischen EUR 250,- und EUR 500,- pro Monat sein. Tages- und Wochenpauschalen entsprechend. Bitte beachten, dass sich das mit zunehmender Verbindlichkeit der Finanzplanungen nach oben und unten hin noch verändern kann - aber so hast Du schon mal eine grobe Orientierung.

Kann ich wirklich davon ausgehen, dass es mir wirtschaftlich besser gehen wird, wenn ich im EPICenter arbeite?

Garantieren kann ich es Dir nicht. EPICenter ist für Menschen, die zunächst einmal anerkennen, dass es neben der eigentlichen Arbeit noch etwas anderes gibt: die Arbeit am Unternehmen. Und die bereit und mutig sind, diese Arbeit anzugehen. Wenn diese Voraussetzung bei Dir erfüllt ist, d.h. wenn Du Deine Selbständigkeit kreativ zu solider wirtschaftlicher Tragfähigkeit und langfristig interessant entwickeln willst, dann wirst Du im EPICenter einen Ort finden, in dem lauter ähnlich denkende Mitstreiter versammelt sind und Deine Herausforderungen verstehen. Das alleine wird Dich in eine ganz andere Ausgangsposition bringen. Es heißt nicht umsonst, dass man das Produkt der fünf nächsten Menschen wird, die einen umgeben - unsere Umwelt kann uns enorm ausbremsen ODER eben bestärken.

Es liegt dennoch an Dir, die Arbeit wirklich zu tun. Aber mit all den anderen mutigen Unternehmern um Dich herum, und all den Angeboten und Kontakten, die Du im EPICenter wahrnehmen kannst - ist es höchstwahrscheinlich nur eine Frage der Zeit.

Wann geht es los?

Im Laufe von 2016 - angepeilt ist Q3.

*   *   *

Hast Du weitere Fragen, die ich hier nicht berücksichtigt habe? Stell sie gerne in den Kommentaren, in der Facebook-Gruppe, oder per Email unter patricia@pyrka.net. Ich freue mich, von Dir zu hören!

 

 

Warum alleine arbeiten eine ganze Branche ausbremst (Teil 2): Weil Selbständigkeit nicht tragfähig ist.

(Teil 1 dieses Artikels hier.)

In dem Post hatte ich auf den Punkt bringen wollen, dass der hohe Anteil (fast 50%!) von 1- bis 2-Mann-Unternehmen in der Fitnessbranche (Zahlen Stand 2013)...


....einer Unternehmensverteilung gegenübersteht, in der fast zwei Drittel (!!) aller Unternehmen maximal EUR 250.000,- Umsatz generieren.

Den Rückmeldungen zu meinem Post sagen mir, dass diese Gegenüberstellung bzw ihre Implikation in der Short-Form nicht ganz klar geworden sind - daher will ich sie im Folgenden genauer erläutern. (Vielleicht liegt mir Long-Form-Content doch einfach besser.)

Zunächst: Was diese zwei Grafiken nicht bedeuten: Man kann keinesfalls schließen, dass es die 1- bis 2-Mann-Betriebe sind, die im Schnitt bis zu EUR 250.000,- Umsatz machen.

Was sie hingegen bedeuten: Die meisten Unternehmen in der Fitnessbranche machen relativ wenig Umsatz.

  • Umsatz, nicht Gewinn. D.h. in Bezug auf Einkommen, die bei den Unternehmern ankommen, muss man noch einiges runterrechnen.
  • In den 62% bis-zu-250.000EUR-Unternehmen können ALLE möglichen Unternehmen sein - also nicht nur die Ein- bis Zwei-Mann-Unternehmen, sondern theoretisch auch die mit über 10. Oder irgendwas dazwischen.

Kombiniert man beide Verteilungen, so lässt sich zumindest sagen, dass der hohe Anteil von Unternehmen mit geringen Umsätzen in einer von One- und Two-Man-Shows dominierten Unternehmenslandschaft entsteht. Nicht mehr und nicht weniger.

Meine These ist, dass dieser Zusammenhang kausal ist. Dass die gesamte deutsche Sport- und Fitnessbranche nicht besonders viel abwirft, weil sie von im Tagesgeschäft feststeckenden Kleinstunternehmen geprägt ist.

Wenn ich mir diese Branche anschaue, ist der Mangel an Innovation zumindest auffällig. In allen Bereichen: Produkte, Dienstleistungen, Geschäftsmodelle, Investitionen, Umsätze. Freeletics ist im Moment wahrscheinlich das einzige junge deutsche Sport-Produkt, das international Bedeutung hat (das andere, ältere, ist adidas).

Innovationen aber sind notwendig, wenn man langfristig wachsen - und ausreichend Geld verdienen will.

Hier ist der Knackpunkt: Ein- oder Zwei-Mann-Unternehmen haben ziemlich wenig Zeit für Innovationen. Denn das typische Geschäftsmodell dieser Kleinstunternehmen lässt sich meistens reduzieren auf: Zeit gegen Geld. Vielleicht nebenbei ein paar Produkte verkaufen. In so einem Modell ist kein Platz für Unternehmensentwicklung, langfristige Strategien, R&D und gewagte Experimente. Das Tagesgeschäft dominiert, alles andere ist zweitrangig.

Damit einhergehend: Keine Zeit, um über Alternativen nachzudenken. Die meisten, die als Freiberufler oder GbR anfangen, weichen auch nach langer Zeit nicht besonders stark von diesem Pfad ab.

Selbst diejenigen, die nach Jahren harter Arbeit "erfolgreich" eine volle Praxis oder Kundenkartei aufgebaut haben, schaffen es häufig nicht, den Erfolg ihrer Tätigkeit von ihrer Person abzukoppeln. Keine tragfähigen Geschäftsmodelle, kein passives Einkommen. Kein systematischer Aufbau geeigneter Nachfolger oder überhaupt Personalentwicklung. Wirtschaftlich geht es vielen möglicherweise gar nicht so schlecht - aber wahrscheinlich weit unter ihren Möglichkeiten, und dazu überarbeitet oder gar ausgebrannt.

Ich weiß aus eigener 12-jähriger Erfahrung in der Sportbranche und den vielen Erfahrungen anderer, die ich während meiner Geschäftsführer-Zeit in der alternativen Gesundheitsbranche kennenlernen und coachen durfte: dass es einige charakteristische Zusammenhänge gibt, warum aus Heilpraktikern, Physiotherapeuten und Coaches zwar Selbständige oder gar Praxis-/Studioinhaber, aber keine Unternehmer werden. An Einsatz, Disziplin, Expertise und Begeisterung mangelt es definitiv nicht. Wahrscheinlich gibt es kaum eine Branche, in der so viel aus Überzeugung und aus Leidenschaft gearbeitet wird. Alle lieben, was sie tun, bilden sich fort, sind bereit, Opfer zu bringen, wollen helfen und stehen voll hinter ihrem Tun - tun sich aber schwer, ausreichend Geld dafür zu nehmen. Und noch schwerer, viel Geld dafür zu nehmen. Man will nicht den Eindruck erwecken, dass man nur aufs Geld aus sei; man will niemanden abschrecken - in einem Umfeld, das so sehr für das Gute und Integre im Menschen steht. Vielen widerstrebt es, sich mit geschäftlichen Aspekten zu befassen, da sie häufig keinen Hintergrund darin haben und Geschäftstüchtigkeit nicht in ihr Weltbild vom "noblen Heiler"/engagiertem Coach passt. Andere wiederum scheuen die Investitionen in entsprechenden Support und Ressourcen.

Ich glaube, dass dieses geschäftliche "Verstecken" ein Grund dafür ist, warum die Schulmedizin nach wie vor viel sichtbarer ist und professioneller auftritt, obwohl die komplementären Methoden und moderne Trainings- und Bewegungsansätze ihr insbesondere bei chronischen Gesundheitsproblemen weit überlegen sind.

*   *   *

DAS alles lässt mich nicht mehr los.

Denn in der Konsequenz führt - sofern man langfristig finanziell gut dastehen UND geistig und körperlich gesund bleiben will - kein Weg daran vorbei, sich vom Einkommens-schwankenden, oft selbst-ausbeuterischen und auf jeden Fall sehr hart erkämpften Geschäftsmodell der Selbständigkeit zu einem echten und erfolgreichen Unternehmen zu entwickeln.

Dieses Unternehmen muss nicht groß und spektakulär sein; es muss auch keine Gründerpreise abräumen oder hochlobenden Presseerwähnungen finden. Es ist einfach eine tragfähige, zuverlässige und stabile Basis, die verschiedene Einkommensströme vereint und zunehmend von der Zeit und Person des Gründers/Unternehmers unabhängig wird.

Alles was es zunächst braucht, ist mit einem Schritt Distanz auf die eigene Arbeit zu sehen, und sich anders zu entscheiden: Dafür, sich jede Woche Zeit zu nehmen und am eigenen Unternehmen zu arbeiten; über die eigenen Stärken und Fertigkeiten nachzudenken und wie diese neue Geschäftsbereiche erschließen könnten (ein Buch schreiben, Vorträge halten, Events organisieren, eine Klinik aufbauen); herausfinden, wie viel man eigentlich arbeiten kann und will, ohne auszubrennen; wie man nach und nach Personal einstellt und das eigene Unternehmen wachsen lässt; und wie man aufhört, sich in Bezug auf Geld und Einkommen selbst zu sabotieren. Und sich ein Umfeld zu suchen, dass diese Entwicklung nicht nur willkommen heißt, sondern aktiv unterstützt.

Denn es geht ja nicht nur darum, davon leben zu können. Es geht darum, frei entscheiden zu können, wie man sein eigenes Leben gestalten will. Was in diesem Leben Platz bekommen soll. Was man sich leisten will. Es geht auch darum, für die Zukunft vorsorgen zu können und die ganze Familie gut versorgt zu wissen. Neugierig und lernwillig zu bleiben, und so immer wieder neue Ideen umzusetzen. All den eigenen Talenten Raum zu geben (und nicht nur einem oder zwei). Sich mit Menschen zu umgeben, die bereichernd sind und inspirieren. Das bisherige Verständnis von Fitness und Gesundheit aufzurütteln und mit effektiven und professionell umgesetzten Alternativen die gesamte Branche aufzuwecken.

Dafür gibt es mit Sicherheit verschiedene Wege. Man kann sich auf eigene Faust auf die Suche nach Mitstreitern machen und ein neues Produkt/Service entwickeln; man kann regelmäßig Networking-Events, Masterminds, und Konfererenzen besuchen; man kann sogar die reine Selbständigkeit aufgeben und sich ganz oder zum Teil einen Unternehmen anschließen. Eins haben all diese Optionen gemeinsam: Sich aus der Isolation heraus zu bewegen - hin zu einer engen und auf Verbindlichkeit beruhenden Community stärkender Gleichgesinnter.

Mit EPICenter Co-Working-Zentrum in München wage ich einen für diese Branche eher neuen Weg: Die Flexibilität und Unabhängigkeit der Selbständigkeit konsistent und verbindlich mit der Selbständigkeit anderer zu verknüpfen. Täglich. In gemeinsam genutzten Räumen. Sport- und Gesundheits-spezifisch. Mit professioneller Infrastruktur. Gut erreichbar. Modern ausgestattet. Unterstützt durch verschiedene Coaching-Angebote, Workshops und Ressourcen, mit denen jeder Mieter seine Selbständigkeit wachsen lassen und in ein nachhaltiges Unternehmen entwickeln kann. Ein Raum, in den jeder seine Klienten gerne einlädt, und konkret an seinen geschäftlichen Strategien arbeiten kann.

Ich lade Dich ein, dort Gleichgesinnte zu finden, die Dir beim Umsetzen Deiner Ideen zur Seite stehen. Ab 2016. Damit es Dir, und damit der ganzen Branche - in Zukunft unausgebremst gut geht.

Fragen? Anregungen? Mitmachen? Sign up now:

patricia@gobeyondtraining.net

https://www.facebook.com/groups/munichepicenter/

 

Warum alleine arbeiten eine ganze Branche ausbremst (Teil 1): Weil Selbständigkeit einsam macht.

Als introverierter Mensch, der ohne Probleme allein sein kann, gut organisiert ist, gerne sein eigenes Ding macht und im tiefsten Inneren nicht zum Angestellten taugt, kam mir der einzelunternehmerische Mindset der Sport- und Gesundheitsbranche gerade recht: Nämlich, dass es pragmatisch ist, alleine zu arbeiten - ob als Freiberufler, Praxisinhaber, GbR, Coach, Lehrer, Trainer oder Therapeut. Oder vielleicht sogar, dass die One(Two-)-Man-Show das einzig Mögliche ist: Geringe Anfangsinvestments, niedrige Fixkosten, volle Flexibilität, Unabhängigkeit und Konzentration auf das Tagesgeschäft.

In meine erste Selbständigkeit in dieser Branche traute ich mich trotzdem nur in Teilzeit. Und tauschte sie nach ein paar Jahren komplett gegen einen letzten Versuch im Angestelltendasein ein.

Im Nachhinein glaube ich, dass dieses Aufgeben sehr stark damit zu tun hatte, dass ich, hart im Tagesgeschäft arbeitend, inmitten meines Tuns - beruflich einsam war. Alles stand und fiel mit mir; ich war beruflich in keine enge Community eingebunden. Irgendwie gelang es mir in dieser Isoliertheit nicht, neue Perspektiven zu erarbeiten und die Tätigkeit für mich erfüllend genug zu gestalten.

Mein zweiter Anlauf, seit nun fast 1,5 Jahren, ist durch Zufall anders gestartet. In hatte mir bewusst zunächst ein paar Monate Sabbatical-Zeit genommen, um einfach durchzuatmen, und ohne Druck über meine nächsten Schritte nachzudenken. Etwa zwei Monate nach Beginn dieser Sabbatical-Phase hatte ich eine Coaching-Sitzung mit dem von mir sehr geschätzten Autor, Künstler, Coach und Berater Dick Richards. (Eines seiner Bücher hatte mich vor Jahren mit dem Genius-Konzept in Verbindung gebracht und nachhaltig geprägt.) Ich war überzeugt, dass ich einfach weiter überlegen und erforschen müsste, was meine Stärken und Talente ausmacht, und irgendwann würde mein beruflicher Weg dann glasklar werden. Dick war daher der perfekte Unterstützer in diesem Klärungsprozess. Ich erzählte ihm also von meinen inneren Verwirrungen, Reflexionen, Geistesblitzen und Herausforderungen und erwartete irgendsoetwas wie Anregungen und intuitive Ideen in Bezug auf meine nächsten beruflichen Meilensteine.

Nix da.

Dick hörte sich meine Geschichten, meine Begeisterung und meinen ganzen Weltschmerz an und sagte dann etwas in diesem Sinne: Das allererste worum Du Dich kümmern solltest, sind Deine Beziehungen zu den Menschen um Dich herum. Stärke diese Verbindungen. Finde neue. Was auch immer Du beruflich als nächstes machen wirst, wird sich wahrscheinlich aus den Gesprächen mit diesen Menschen ergeben. [Hinweis: Für einen dramatischeren Effekt habe ich seine Aussage aus meiner Erinnerung heraus ein wenig orakelhaft paraphrasiert.]

Ich war kurz baff. Ein wenig unangenehm berührt - ich sollte ein Problem mit Verbindung zu anderen haben? Klar, ich war schon jemand, der Rückzug schätzte;  es gab mir auch ein gutes Gefühl, alles mögliche alleine hinzukriegen. Und ja, mir konnte das Zusammensein mit Menschen schnell auch mal zu viel werden, vor allem wenn sie mich und meine Ideen nicht verstanden oder es in irgendeiner Form kompliziert oder anstrengend wurde. Aber trotzdem - ich hatte beruflich schon immer viel genetzwerkt und eine Menge Kontakte überall auf der Welt.

Aber ich dachte auch an all die Menschen, die ich wahnsinnig gerne mochte, deren Arbeit ich wirklich schätzte und die ich vielleicht nie so richtig gut kennengelernt hatte. Menschen, die ich aus den Augen verloren hatte. Menschen, mit denen ich eigentlich gerne viel mehr zu tun haben wollte. Und nicht wusste, wie ich das anstellen sollte.

Und so wurde mein Sabbatical zu etwas mehr als geplant: Nämlich zu einem kleinen Labor in Bezug auf Einsamkeit und Gemeinschaft. Eine Zeit, in der ich sehr genau beobachten konnte, wie ich es mir in meinen Rückzugstendenzen bequem machte - und welche kleinen Gesten, Mechanismen und Gewohnheiten mir halfen, in enger Verbindung mit beruflich Gleichgesinnten zu bleiben.

Es war teilweise schmerzhaft, mir bestimmte Dinge einzugestehen. Dinge, die ich bisher nicht so genau anschauen wollte. Ersatzhandlungen, die mich meine Isoliertheit nicht so spüren ließen. Ablenkungen von Einsamkeit. Ich weiß z.B., dass ich in solchen beruflich einsam-verunsicherten Zeiten mehr Zeit als nötig im Internet, auf Facebook und Twitter verbringe - ständig am Checken, weil ich danach dürste zu wissen, was andere so machen. Was sie in ihren Blogs schreiben. Was sie für neue Programme/Angebote/Ideen/Produkte auf den Markt bringen. Wie sie ihren beruflichen Weg meistern.

Wenn ich ehrlich mit mir bin, hat das nichts mehr mit "sich Inspiration holen" zu tun. Unterschwellig erhoffe ich mir von diesem virtuellen Strohhalm Vergewisserung, ob ich auf dem richtigen Weg bin. Ob meine Ansätze stimmen. Es ist mein Versuch, meine Zweifel zu besänftigen (oder, an schlechteren Tagen, zu bestätigen). Es ist schwer, mich im echten Leben, vor echten Menschen mit diesen Zweifeln und Schwächen zu zeigen - die Distanz des Internets macht das leichter, bei voller Illusion, "connected" zu sein.

Aber diese Distanz verzerrt alles. Sie verzerrt meine Wahrnehmung von mir selbst und von anderen. Sie setzt einen inneren Monolog in Gang, der im Grunde weiter isoliert. Ich fange an mir einzureden, dass andere es einfach besser darauf haben. Dass ich mit meinen Ideen ganz falsch liege. Oder viel bessere Ideen habe, total verkannt bin und einfach nicht gesehen werde. Oder nicht schnell genug vorankomme, während alle anderen schon morgen an mir vorbeiziehen könnten. Und zu gut kenne ich dieses Gefühl von Neid oder Wehmut, wenn ich von den Erfolgen anderer lese/höre. Warum er/sie und nicht ich. Und dem begleitenden Schuldgefühl, weil ich mich ja eigentlich freuen und gratulieren sollte.

Es gibt andere, weniger virtuelle, Formen der Einsamkeits-Kompensation: Noch mehr arbeiten, um die Einsamkeit nicht zu spüren. Sich wahnsinnig anstrengen, in der Hoffnung, andere damit zu beeindrucken. Das Glas Rotwein nach einem langen Arbeitstag, um das nagende Etwas ein wenig zu besänftigen. In das neueste Equipment oder Ausbildungen investieren, um bloß nicht den Anschluss zu verlieren. Die Arbeit anderer kritisieren (ohne sie wirklich zu kennen), um in der Kritik Verbündete zu finden.

Nach dem Dicks Coaching-Rat mich ein wenig ratlos gemacht hatte, fragte ich ihn - wie ich denn das alles anstellen solle. Auf Knopfdruck engere Kontakte, Beziehungen, Freundschaften machen oder wie? Sein einfacher Rat war: Sag den Menschen, mit denen Du mehr und enger zu tun haben willst einfach, dass Du mehr und enger mit ihnen zu tun haben willst.

Ich würde jetzt an dieser Stelle gerne schreiben: Gesagt, getan! Aber ganz so war es natürlich nicht. Und dann doch irgendwie. Ich glaube mit "sagen" meinte er nicht nur, meinen Wunsch nach mehr Kontakt verbal zu kommunizieren, sondern grundsätzlich eine innere Einladung an andere Menschen auszusprechen. Mir einzugestehen, dass ich zwar alleine erfolgreich sein konnte, aber dass die heroische Unabhängigkeit nicht wirklich erfüllt. Aber schon auch, dass ich Menschen ansprechen musste. Sie immer wieder anrufen. Treffen vorschlagen. Mich in den Zug zu setzen und besuchen.

Und genau das machte mich so unkomfortabel. Ich wollte nicht dieses unsouveräne Gefühl, dass ich anderen hinterherlaufe und verwundbar auf ihre Reaktion warte. Ich wollte nicht immer wieder Anläufe machen. Ich wollte keine Zurückweisung spüren. Ich hatte Angst, dass andere nicht so viel mit mir zu tun haben wollten wie ich mit ihnen. Ich wollte niemandem zu Last fallen. Ich wollte nicht bedürftig, unwissend und abhängig wirken - vielleicht insbesondere nicht vor mir selbst.

Und ja, es war zum Teil schwierig. Frustrierend, wenn wieder ein Kontaktanlauf versandete oder keine Resonanz da war. Anstrengend, wenn ich mal wieder damit haderte, ob ich jemanden um einen Gefallen bitten konnte. Es war und ist immer noch mühsam, dranzubleiben und meinem Rückzugs- und Einzelkampf-Reflex zwar Raum, aber keine Maßlosigkeit zu gewähren.

Ich glaube es dauerte ungefähr ein Jahr, bis ich echte Veränderungen merkte. Keine großen, aber doch spürbaren. Ich wurde geübter, kam mehr in echten Austausch und raus aus dieser gewissen "Networking-Höflichkeit", die ich im beruflichen Kontext immer so anstrengend empfunden hatte. Needless to say dass sich dieses ursprünglich beruflich aufgehängte Thema auch immens auf mein Privatleben auswirkte. Ich bin bei weitem noch nicht gut darin, und habe immer wieder "Facebook-Phasen" - habe aber zumindest gefühlt und erfahren, dass es sich lohnt, dran zu bleiben. Dafür, und allen, die ich im Laufe der letzten Zeit kennenlernen und besser kennenlernen durfte, bin ich sehr dankbar.

Ich glaube übrigens nicht, dass es ausreicht, sich mit dem Partner und Freunden über die berufliche Selbständigkeit auszutauschen. (Ich glaube sogar eher, dass dieser "isolierte Austausch" auf Dauer Partner- und Freundschaften übermäßig unter Druck setzen kann.)

Ich glaube stattdessen, dass es die wohlwollenden Mitstreiter braucht, die Peers, diejenigen, die die Branche und ihre Herausforderungen aus eigenem Erleben kennen. Es braucht den engen, häufigen und direkten Kontakt mit ihnen - unverfälscht von sozialen Medien, Email und Textnachrichten. Wir brauchen Menschen, die uns ehrlich in die Augen schauen, die wissen worum es geht und was auf dem Spiel steht. Gleichgesinnte, die uns aus vollem Herzen zu Erfolgen gratulieren - mit denen wir aber auch unsere Misserfolge und Fehler teilen können. Die uns gerade für diese applaudieren - dafür, dass wir den Mut hatten, etwas zu probieren und daraus zu lernen. Und dann fragen, wann es weitergeht. Kreative Köpfe, die uns helfen, die seit Jahren im Kopf hin- und hergewälzten Ideen zum Leben zu erwecken. Engagierte Experten, an die wir Familienmitglieder und unsere eigenen Kunden verweisen - weil wir wissen, was wir an ihnen haben.

Ich schätze das selbständige Arbeiten immer noch. Ich bin nach wie vor gerne allein. Ich glaube auch fest daran, dass Ideen und Kreativität im Alleinsein und Stille entstehen, und dass diszipliniertes Abarbeiten tout seul zum kreativen Schaffen dazugehört. Aber um unsere Ideen umzusetzen, ihnen zum Einschlag zu verhelfen, und dabei erfüllt zu bleiben - braucht es stabile, tiefe und authentische berufliche Beziehungen zu anderen, die wir genauso stärken wie sie uns. Das erfordert von uns, dass wir immer wieder auf andere zugehen, auch wenn das manchmal mehr Überwindung kostet, als uns vielleicht lieb wäre.

Enjoy The One-Man-Show. Mit allen anderen.

(Teil 2 dieses Artikels hier.)

 

 

 

 

 

WARUM EPICenter Co-Working?

„The professional understands that lonliness is an occupational hazard.“ (Seth Godin, Autor und Vordenker in seinem aktuellen Freelancer-Kurs auf udemy)

1.) Occupational Hazard, die Ausgangslage:

 

2.) Occupational Hazard, die Folge:

3) Occupational Hazard, die Chance

(deskmag 1st Global Coworking Survey: http://www.deskmag.com/en/why-coworkers-like-their-coworking-spaces-162)

(Next: Für wen die zukünftigen Co-Working-Räume vor allem gedacht sind.)

Für wen ist EPICenter Co-Working?

Danke für Dein Interesse am EPICenter Co-Working! Mit großer Wahrscheinlichkeit bist Du Teil DIESER großen Gruppe (gilt auch für die Gesundheits-/Komplementär-Branche):

EPICenter könnte Dein Ding sein, wenn Du:

  • Dich in der Schwabinger Altbau-Praxisgemeinschaft einfach nicht (mehr) wiederfindest; und/oder bei Klienten vor Ort arbeitest und Deine Büroarbeit zu Hause oder in Cafés erledigst
  • Dein "Basislager" in hellen, modernen, voll ausgestatteten, gut erreichbaren und professionell gestalteten Räumen aufschlagen willst
  • Dein Unternehmen weiterentwickeln und/oder wachsen willst
  • gewagte Ideen hast, wie man die Gesundheits-, Trainings-, Arbeits- und Schulwelt von morgen bewegter und körperlicher gestalten kann
  • weißt, welche entscheidende Bedeutung das Umfeld und die Menschen, mit denen du Dich umgibst, für Dich und die Umsetzung Deiner Ideen haben

In Zahlen:

Ich suche und freue mich auf:

  1.  5-10 Menschen, die sich mit ihrer Praxis/Tätigkeit fest im EPICenter einmieten wollen – d.h. fester, selbst gestaltbarer Behandlungsraum und unbeschränkte Nutzung sämtlicher sonstiger Infrastruktur (IT/Office, Empfang, Arbeits-/Besprechungsplätze, Trainingsraum/Equipment)
  2. Bis zu etwa 50 weitere Pioniere, die EPICenter flexibel nutzen wollen – d.h. kein fester Behandlungsraum, aber unbeschränkte (oder zeitlich beschränkte) Nutzung sämtlicher Infrastruktur und ggf. stundenweise Belegung von Behandlungsräumen

EDIT: Der 24/7-Zugang wird über monatliche Flatfees möglich sein; konkrete Zahlen werde ich angeben können, sobald weitere Details bzgl der Größe der Location und das Angebotsspektrum geklärt sind. Auch wird es tageweise/stundenweise Drop-in-Tarife geben. Kündigungen werden flexibel möglich sein.

Es ist geplant, zeitlich befristete Start-up-Ermäßigungen und/oder Coaching-Support für Berufsanfänger und –Quereinsteiger zu etablieren. Auch für erfahrene Mieter wird es verschiedene sehr spannende Support-Angebote geben, z.B. um neue Richtungen einzuschlagen oder Projektideen umzusetzen.

Wenn Du konkreteres Interesse hast: Melde Dich unter patricia@gobeyondtraining.net und/oder schließe Dich unserer FB-Gruppe unter https://www.facebook.com/groups/munichepicenter/ an, um auf dem Laufenden zu bleiben.